4. Schwirrhölzer

Im archäologischen Befund vertreten, und aus der Ethnologie schon seit langem bekannt, sind Schwirrhölzer. Es handelt sich um flache, lanzettförmige Instrumente aus Holz, Knochen, Geweih oder Elfenbein, die an einer Schnur befestigt um eine Längsachse gedreht werden. Die Vogelherdhöhle an der schwäbischen Alb gehört zu den Fundorten, ein verziertes Stück stammt aus der Höhle Roche de Birol bei Lalinde, in der Dordogne Frankreichs (Taf.11).

 

Schwirr_800Schwirrgeräte erzeugen ein brummendes Geräusch, das bei australischen Ureinwohnern als Geisterstimme gedeutet und vor allem bei Initiationsriten verwendet wird. [1]

Auch Leonard Franz bringt das Schwirrholz mit Riten wie Stammesweihe und Fruchtbarkeitskult in Verbindung. Bei den Griechen heißt es „Rhombos“ und wird zu Mysterienriten herangezogen. Das Magiegerät Schwirrholz passt gut zur Weltanschauung der Eiszeit-Menschen. [2]

Die natürliche Welt wird magisch beschworen, um die Geister einzustimmen: Regen zu senden, die Nahrungsversorgung zu sichern, Unheil abzuwenden und Fruchtbarkeit zu spenden [3].


[1] Holdermann 2001, 91.

[2] Franz 1969, 96.

[3] nach: Meyer 1977, 33.

 

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