2. Rasseln und Regenmacher

Rasseln aus Keramik sind die ältesten nachgewiesenen, abgesehen von der möglichen Hornrassel in der Hand der Venus von Laussel, aber getrocknete verholzte Hohlfrüchte kommen in natürlicher Form als fertige, taugliche Rasseln vor, und gehören zum frühesten menschlichen Musikinstrumentarium. Im Experiment wird Bambus mit Steinchen gefüllt. Die Enden werden mit Hanfschnur zugewebt. Eine erweiterte Form der rasselnden Kürbisse mit verholzten Kernen im Inneren bildet eine Kürbisrassel, die aufgeschnitten, entkernt und mit Steinchen gefüllt wird. Danach wird sie wieder zugeklebt und vernäht. An einem Faden aufgereihte Muschelschalen bieten sich als Fußrasseln an. Als Ketten angesprochene gelochte Muscheln ― besonders die Exemplare mit Rötelbemalung ― gelten als Merkmale der frühesten Kulturen des Homo Sapiens in Afrika (Blombos Höhle). Möglicherweise sind unter diesen Ketten Rasseln zu sehen. (Taf. 13)

Rasseln_Regenm

Rasseln finden nach Harner, so wie Trommeln, als schamanistische Hilfsmittel Verwendung [1].

Aus längerem Hohlholz stellt man u. a. Regenmacher her. Die herunterrieselnden Steinchen klingen ähnlich wie Regen (Taf. 13).

Die jüngeren Keramikrasseln (Taf. 14) nehmen oft tierische Formen an, z. B. eine Vogelform.

Keramikrasseln

Kleinere Rasseln dienten laut Zagiba oft als Kinderspielzeug, während größere in erster Linie bei Kultzwecken zur Vertreibung von Dämonen Einsatz fänden. [2]


[1] Harner 2002, 84.

[2] Zagiba 1976, 17.

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