5. Panpfeifen/-flöten

Nach den neueren Erkenntnissen Victor Grauers ist die Panpfeife ein Musikinstrument, das mit der Auswanderung des Homo sapiens aus Afrika engstens verbunden ist. Als frühen archäologischen Beleg lassen sich nach Grauer die zwei Panpfeifen aus Vogelknochen von Kostenki anführen. Neben Mammutknochen-Behausungen und Venusfigurinen stammen aus der Fundstelle am Don die hier abgebildeten “Musikinstrumente oder Lockpfeifen”. [1]

Kostenki(Panpfeifen aus Kostenki (Hitchcock 2009))

Nach Grauers Ursprungsmythos sind gestimmte Pfeifen eine afrikanische Erfindung und ein Äquivalent zu Sprache. [2] Die Basis dafür bilden die Verhältnisse von 2/3 und 4/3. Unter Anwendung dieser Methode auf fünf Pfeifen lässt sich die pentatonische Folge C-D-E-G-A erzielen (chinesisch kung, shangf, chiao, chih, yü oder unser do-re-mi-fa-so). [3] Das regelhafte Auftreten von Panflöten (mit mehreren Röhren) in Europa gilt als sehr jung und scheint erst ab der Frühkupferzeit (4. Jahrtausend v. Chr.) einzusetzen. [4]



[1] Grauer 2011, 154. ‒ Hitchcock 2009.

[2] Grauer 2011, 217 ff.; 221.

[3] ebd., 213 ff.

[4] Sölder 2008.

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